Hinterlüftung einer Holzfassade: Schichten und Anschlüsse verstehen
Die Hinterlüftung einer Holzfassade bezeichnet den Luftraum hinter der Bekleidung. Er gehört zum Feuchtekonzept der Wand und darf bei der Planung der Lattung und Anschlüsse nicht verloren gehen.
Fachlich geprüft: 9. Oktober 2026
Die Schichten haben verschiedene Aufgaben
Von innen nach außen werden vorhandene Wand, gegebenenfalls Dämmung und Wetterschutz, Unterkonstruktion, Luftzwischenraum und Bekleidung betrachtet. Die Bekleidung fängt die direkte Bewitterung ab. Hinter ihr muss eingedrungene Feuchte kontrolliert abgeführt werden können. Die Tragfähigkeit der Befestigung und der Schutz gegen Feuchtigkeit sind dabei verschiedene Nachweise.
Lattung und Luftweg gemeinsam planen
Die Verlegerichtung der Bretter beeinflusst die Unterkonstruktion. Waagerechte Traghölzer dürfen einen vorgesehenen vertikalen Luftweg nicht ungewollt unterbrechen. Ob eine zusätzliche Lattungsebene erforderlich ist, ergibt sich aus dem Systemaufbau. Angaben zu Querschnitten, Abständen und Befestigungen gehören in die Planung; eine universelle DIY-Maßangabe wäre für unterschiedliche Gebäude und Lasten nicht belastbar.
Anschlüsse statt nur Fläche ansehen
Am Sockel, über Fenstern, in Laibungen und am oberen Abschluss muss die geplante Entwässerung und Lüftung funktionieren. Schutzgitter und Abschlussprofile sind mit dem notwendigen freien Querschnitt abzustimmen. Überprüfen Sie bei der Abnahme insbesondere die Stellen, an denen mehrere Bauteile zusammentreffen. Die Sanierung einer Holzfassade beginnt deshalb mit der Suche nach Ursachen an solchen Übergängen.
Offene Fugen und Brandschutz
Eine offene Bekleidung ist kein beliebiger Ersatz für eine geschlossene Schalung: Die dahinterliegende Wetterschutzebene muss für die Beanspruchung geeignet sein. Hinterlüftete Hohlräume sind außerdem im Brandschutzkonzept zu berücksichtigen. BayBO Art. 26 enthält Anforderungen und gebäudeklassenbezogene Ausnahmen. Für die Planung Ihrer Holzfassade in München sollten daher Gebäudeklasse, Material und Anschlüsse gemeinsam geprüft werden.
Quellen und weiterführende Fachinformationen
Die Hinweise ersetzen keine objektspezifische Planung oder behördliche Einordnung.